Wo lebst du in Köln? 

Im Kölner Süden, in der Nähe der Auenlandschaft „Weißer Rheinbogen“

Mich fasziniert die Natur, ihre Magie und ihre ungeordnete Perfektion.

Das hat manchmal schon etwas „mystisches“.

 

Was gibt dir köln? 

Dieses Gefühl von „Zuhause zu sein“ und von einer gewissen

emotionalen Sicherheit. Die meisten ticken hier eben wie Du selbst.

„Echte“ Kölner haben eine sehr eigene Art zu denken und zu reden.

Ihr Art des Humors ist nicht immer leicht zu verstehen. Er kann einfach nur lustig,

mitunter aber auch bissig bis entlarvend sein. Immer aber herzlich und ehrlich.

 

Was gibst du Köln? 

Mein Herz, meine Achtsamkeit und meine Steuererklärung.

 

In welcher Beziehung steht ihr zueinander? 

Das ist eine sehr intime Frage.

Ich habe mit Köln darüber bisher noch nicht gesprochen.

Subjektiv betrachtet würde ich sagen,  es verhält sich wie bei

einem alten Ehepaar:  man kennt sich, weiss um die Schwächen aber

auch um die Stärken des anderen. Manchmal ist es gut, sich ein wenig

aus dem Weg zu gehen, um sich dann umsomehr auf das Wiedersehen zu freuen.

Wenn ich nach einer Reise schon von weitem die Silhouette des Doms sehe,

weiss ich wo ich hingehöre. Ich pendele ständig zwischen Fernweh und Heimweh.

 

Was magst du an dieser Stadt?

Ihre Menschen, die Vielseitigkeit ihrer Angebote, ihre multikulturelle Struktur,

die 2.000 Jahre alte Geschichte, den Klüngel und die Schönheit ihrer Häßlichkeit.

 

Wofür liebst du Köln? 

Ich glaube, man kann nur einen Menschen oder manchmal auch ein Tier wirklich „lieben“.

Köln ist tief in meiner Seele verwurzelt und das ist ein gutes Gefühl.

 

Was verbindet dich mit dieser Stadt? 

Weltoffenheit, der meist herzliche und lockere Umgang miteinander und die Tatsache,

dass wir beide diesen schönen Platz hier am Rhein gefunden haben und ihn teilen.

Vor allem aber auch das „Kölsche Grundgesetz“:

 

Artikel 1: Et es wie et es.
(„Es ist, wie es ist.“)
Sieh den Tatsachen ins Auge, du kannst eh nichts ändern.

Artikel 2: Et kütt wie et kütt.
(„Es kommt, wie es kommt.“)
Füge dich in das Unabwendbare; du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.

Artikel 3: Et hätt noch emmer joot jejange.
(„Es ist bisher noch immer gut gegangen.“)
Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren.
Situationsabhängig auch: Wir wissen, es ist Murks, aber es wird schon gut gehen.

Artikel 4: Wat fott es, es fott.
(„Was fort ist, ist fort.“)
Jammer den Dingen nicht nach und trauer nicht um längst vergessene Dinge.

Artikel 5: Et bliev nix wie et wor.
(„Es bleibt nichts, wie es war.“)
Sei offen für Neuerungen.

Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
(„Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.“)
Sei kritisch, wenn Neuerungen überhandnehmen.

Artikel 7: Wat wells de maache?
(„Was willst du machen?“)
Füg dich in dein Schicksal.

Artikel 8: Maach et joot, ävver nit zo off.
(„Mach es gut, aber nicht zu oft.“)
Qualität über Quantität.

Artikel 9: Wat soll dä Kwatsch/Käu?
(„Was soll das sinnlose Gerede?“)
Stell immer die Universalfrage.

Artikel 10: Drinks de ejne met?
(„Trinkst du einen mit?“)
Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach.

Artikel 11: Do laachs de disch kapott.
(„Da lachst du dich kaputt.“)
Bewahr dir eine gesunde Einstellung zum Humor.